Projekt- und Hörgalerie A und V

Lützner Str. 30

04177 Leipzig

 

Katrin Connan

Axel Loytved

Stian Ådlandsvik & Lutz-Rainer Müller

kuratiert von Nadine Droste

 

21. - 29. April 2012

 

Im Rahmen des Projekts Betriebsausflug wird in der Projekt- und Hörgalerie A und V in Leipzig am 20. April 2012 um 19.00 Uhr Not Even Light Can Escape eröffnet. Die Ausstellung thematisiert Repräsentationsformen und beschäftigt sich mit dem Phänomen des Scheins. In den Vordergrund rückt dabei seine ambivalente Wirkung, die sowohl verführerisches als auch täuschendes Potential in sich birgt. Zugleich wird der Schein in diesem Zusammenhang nicht nur als Teil einer Inszenierung, sondern auch als Notwendigkeit begriffen. Denn eigen ist ihm, jede Darstellung in immer wieder anderem Licht erscheinen lassen zu können. Von den Möglichkeiten, Schein und Erscheinung auf unterschiedliche Weise zu generieren, berichten die künstlerischen Positionen von Katrin Connan, Axel Loytved sowie Stian Ådlandsvik und Lutz-Rainer Müller. In gleichem Maße, in dem ihre Arbeiten den Blick auf die Oberfläche lenken, erzählen sie Geschichten, die hinter die Fassaden sehen lassen. So beschäftigt sich Katrin Connan in ihren Installationen mit dem alltäglichen Umgang von Inszenierungen. Sie spiegelt Momente wider, in denen die Grenze zwischen Innen- und Außenräumen sowie das Verhältnis von Selbstwahrnehmung und Repräsentation befragt wird. In ihren Arbeiten stellt sie Durchsichten und Verhüllungen einander gegenüber und setzt den schillernden Glanz von Oberflächen so ein, dass eine Ahnung von den sogenannten Schattenseiten stets mitschwingt. Katrin Connan hat an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg studiert, Ende Februar diesen Jahres war ihre Einzelausstellung Very Important Tragedy in der Grünerløkka Kunsthall in Oslo zu sehen. Axel Loytved greift scheinbar nebensächliche Gegenstände auf und modifiziert diese, um ein Erscheinungsbild zu erzeugen, das sie in den Blick geraten lässt. Die Objekte und Installationen des Künstlers zeigen einem Umgang mit Materialität sowie Oberfläche, in dem Zuordnungen und Wertigkeiten aufgebrochen werden. So sind es Werbeprospekte, Verpackungsmaterial oder Überbleibsel in Hosentaschen, die von veränderbaren Darstellungen und Wahrnehmungsmöglichkeiten berichten. Axel Loytved hat das Arbeitsstipendium der Stadt Hamburg inne, zur Zeit werden seine Arbeiten im Kunstverein Wolfenbüttel gezeigt. Neben ihrer eigenen Produktion arbeiten Stian Ådlandsvik und Lutz-Rainer Müller als L-RM&SÅ seit 2006 immer wieder an Gemeinschaftsprojekten. Ihre gemeinsamen Arbeiten bilden Prozesse ab, in denen der Zufall als unkontrollierbarer Faktor stets eine Rolle spielt. So werden Objekte und Abläufe aus der Hand gegeben, um sie in einem transformierten Zustand zurück zu erhalten, welcher dann die Ausgangsbasis für das weitere künstlerische Vorgehen schafft. Auch nach den Angaben einer Wahrsagerin haben die Künstler bereits Ausstellungen konzipiert. Ihre Installationen zeigen in veränderter Anordnung Elemente des Prozesses und verweisen auf Geschichten, die von Räumen und Orten, von verschiedenen Vorstellungen und Wandelbarkeit erzählen. Stian Ådlandsvik und Lutz-Rainer Müller sind Liebhaber der Stadt Hamburg, in der sie von Zeit zu Zeit gelebt haben. Seit Mitte März ist das Kooperationsprojekt Stein mit Vollausstattung im Dortmunder Kunstverein zu sehen.

 

http://www.aundv.org/

http://katrinconnan.com/

http://axelloytved.de/

http://stianadlandsvik.net/

http://lutzrainermueller.com/

 

(Ein Text von Nadine Droste, die in Hamburg als freischaffende Künstlerin und Kuratorin lebt und arbeitet)